Seong-Jin Cho zwischen Disziplin und Gefühl - Diverse Künstler | KlassikAkzente by STAGE+

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Seong-Jin Cho zwischen Disziplin und Gefühl

Seong-Jin Cho
© Stephan Rabold
29.11.2025

Atemberaubend präzise, überraschend poetisch, gnadenlos fesselnd: wenn Seong-Jin Cho spielt, vibriert jede Phrase zwischen Eisklarheit und glühender Innenspannung. Wer wissen will, wie aus minutiöser Disziplin tiefes Gefühl wird, findet hier die eindrucksvollsten Belege für Chos Talent.

Egal ob Einsteiger:in oder großer Fan, wir zeigen Ihnen mehr!

 

Kurzbiografie: Vom Wettbewerbssieg zur Weltkarriere

1994 in Seoul geboren, erregte Seong-Jin Cho internationale Aufmerksamkeit als Gewinner des Internationalen Chopin-Wettbewerbs 2015 in Warschau. Zuvor hatte er bereits Preise in Hamamatsu und beim Tschaikowsky-Wettbewerb erspielt. Studien in Paris und Hannover prägten sein Profil ebenso wie frühe Tourneen mit führenden Orchestern; seit 2016 ist er Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon. 

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Sein Repertoire-Schwerpunkt, von Chopin und Schumann bis Debussy, Ravel und Mozart, verbindet formale Strenge mit lyrischer Noblesse.

 

Strenge als Freiheit: Architektur seines Spiels

Chos Markenzeichen ist kontrollierte Spannung: akribische Artikulation, klar fokussierte Dynamik, konsequent gedachtes Timing. Gerade in hochvirtuosen Passagen bleibt der Puls ruhig, die Textur durchsichtig, wodurch die Musik nicht kühler, sondern emotional zwingender wirkt. 

Diese Ästhetik trägt auch jenseits von Ravel: In Schumann oder Chopin kanalisiert Cho die Formstrenge in erzählerische Bögen, die nie schwitzen und doch unter Strom stehen. Ein interpretatorischer Ansatz, der Disziplin nicht als Zwang, sondern als Freiheitsbedingung versteht.

 

Brillante Klarheit, vibrierende Poesie: Ravel live erleben

In der Carnegie Hall zeigte uns Seong-Jin Cho in einem ganz besonderen Konzert, wie man den fein ziselierten Kosmos von Maurice Ravel zum Leuchten bringt: Gaspard de la nuit, Valses nobles et sentimentales, das zarte Prélude und das elegante Le tombeau de Couperin verschmelzen zu einer Stunde purer „Klangarchitektur mit Herz“. 

Nicht minder intensiv: das Berliner Recital aus der Siemens-Villa. Zwischen der schwebenden Pavane pour une infante défunte, funkelnden Jeux d’eau, der leuchtenden Sonatine und Auszügen aus Miroirs demonstriert Cho jene Mischung aus mikroskopischer Präzision und atmender Flexibilität, die seine Ravel-Lesart so unverwechselbar macht.

⇨ Und weil auch wir große Fans von Cho sind, bieten wir regelmäßig Liveübertragungen seiner Konzerte. Diese finden Sie zu gegebener Zeit auf unserer Live-Seite!

 

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Sie suchen noch mehr vom angehenden Meisterpianisten? Hier haben wir einige für Sie vorbereitet: 

 

Zwischen Echo und Risiko: Wenn Kontrolle Emotion wird

Ob in den schattendichten Nachtszenen von Gaspard de la nuit oder im aristokratischen Schwung der Valses nobles et sentimentales – Chos Spiel zeigt, wie disziplinierte Ökonomie zur stärksten Emotion führt. Die linke Hand setzt Gewichte wie architektonische Pfeiler; die rechte zeichnet darüber lyrische Linien, deren Leuchtkraft aus der Genauigkeit kommt. In den Konzerten, vom jazzig federnden Klavierkonzert in G bis zum gesangstrunkenen Schumann, entsteht so ein packender Sog: präzise gebaut, aber nie steril; heiß, ohne zu zerfließen. Für alle, die Klassik modern erleben möchten, ist das eine Einladung zum Wiederhören.

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